Störungsbilder

Hier erfahren Sie wissenswertes über die wichtigsten logopädischen Störungsbilder:
Sprachstörungen bei Kindern

  • Late Talker

 

  • Sprachentwicklungsstörungen – zeitliche und/oder strukturelle Abweichung von der normalen Sprachentwicklung

  • Störung des Lautsystems (Phonologie)

  • Probleme beim Erwerb des Lautinventars oder Regeln zu ihrer Kombination fehlerhaft oder unvollständig

  • Die Verständlichkeit ist eingeschränkt (Störung von mindestens 5 Lauten)

     

  • Wortschatzdefizit(Lexikon/Semantik)

  • Quantitative und/oder qualitative Probleme beim Erwerb des Wortschatzes

  • Betrifft das Sprachverständnis für Wortbedeutung und andererseits die Kategorisierung von Wörtern

  • Wortabruf- und Wortspeicherstörungen treten ebenfalls auf

 

  • Dysgrammatismus (Morphologie/Syntax)

  • Erwerb des grammatischen Regelsystems ist gestört, Probleme mit Deklination und Konjugation

  • Der korrekte Satzbau kann ebenfalls gestört sein. Gekennzeichnet von Umstellungen, Auslassungen von Satzelementen, falsche Stellung des Verbs besonders auffällig.

  • Pragmatische Störungen

  • Erkennbar an nicht alters entsprechender Kompetenz in folgenden Bereichen:

Herstellen von Blickkontakt, Gesprächsverhalten

Beherrschen von Redekategorien(Frage-Antwort

Unterschiedliche Spielformen

  • Entwickungsdyslexie/dysgraphie

Störung im Erwerb des Lesens und Schreibens

  • Sprechstörungen bei Kindern

Störungen der Artikulation/Aussprachestörungen
Störung des Lauterwerbs und des Lautgebrauchs. Betroffen ist die motorische Musterbildung.

  • Dysarthrie

Störung in der Ausführung von Sprechbewegungen/ oder der Koordination von Atmung, Stimme und Artikulation

  • Verbale Entwicklungsdyspraxie

Zentrale Störungen in der Planung der Sprechmotorik
Störungen im Sprechablauf

  • Stottern

Kernsymptome sind unfreiwilliges Wiederholen von Wörtern, Silben, Lauten
Blockierungen von Wörtern - Störungsbewusstsein
Redeflussstörungen

  • Poltern  

Überschießendes, sehr schnelles Sprechen; Aussprache ist in der  Wahrnehmung häufig undeutlich und verwaschen  –selten Störungsbewusstsein

  • Schluckstörungen bei Kindern

Schluckstörungen sind funktionell oder organisch bedingte Störungen der orofacialen Muskulatur(Mundmuskulatur) und aller am Schluckvorgang beteiligten Strukturen

  • Störungen des Schluckvorganges in der oralen Phase (Mundraum)

  • Störungen des Schluckvorganges in der pharyngealen Phase (Rachen)

  • Störungen des Schluckaktes in der ösophagealen Phase (Speiseröhre)

  • Myofunktionelle Störung

  • Fehlfunktion aller beteiligten Muskeln im Mundbereich

  • Störung des orofacialen Muskelgleichgewichts

  • Dauerhaft fehlender Mundschluss infantiles Schluckmuster

  • Vorverlagerung der Zunge

  • Stimmstörungen bei Kindern

 

  • Sprachstörungen bei Erwachsenen

Sprachstörungen im Erwachsenenalter sind meistens Aphasien. Aphasien sind zentrale Sprachstörungen. Es sind Beeinträchtigungen in den verschiedenen Komponenten des Sprachsystems –phonetik /Phonologie, Semantik/Lexikon, Morphologie/Syntax, Pragmatik.
Aphasische Störungen erstrecken sich auf alle expressiven und rezeptiven Modalitäten der Sprache, d.h. Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben.
Verschiedene Grunderkrankungen können zu Aphasien führen
Schlaganfälle,Schädel-Hirn-Trauma,Hirntumore,Hirnoperationen,Cerebrale entzündliche Prozesse, degenerative Erkrankungen wie Demenz oder Alzheimer

  • Störungen der Lautsprache

Störung der Wortwahl und Wortfindung
Störung der Lautstruktur
Störung von Satzbau und Grammatik
Automatisierte Sprache
Sprachverständnisstörungen

  • Störung der Schriftsprache-Lesen und Schreiben

Schriftzeichen können nicht sicher in Laute umgesetzt erden.
Wörter werden mit anderen Wörtern verwechselt
Fähigkeit zum Lesesinnverständnis kann gestört sein

  • Neuropsychologische Begleiterscheinungen

Halbseitenlähmung
Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen
Rechenstörung

  • Sprechstörungen bei Erwachsenen

Sprechstörungen im Erwachsenenalter sind zentral oder peripher bedingte motorische Störungen der ausführenden Sprechorgane. Sie äußern sich in mangelnder Artikulationsgenauigkeit  und -geschwindigkeit und /oder im Sprechablauf.
Störungen der Sprechmotorik

  • Dysarthrie/Dysarthrophonie

Gestörte Atemkontrolle, verminderte Atemkapazität, verlangsamte /eingeschränkte Beweglichkeit von Lippen, Zunge, Gaumensegel und Kiefer, eingeschränkte Prosodie(Sprechmelodie)

  • Sprechapraxie

Sprechapraxien sind Störungen der Planung der Sprechmotorik , die nicht durch eine Funktionseinschränkung der am Sprechakt beteiligten Organe zu erklären ist .Es handelt sich vielmehr um eine Störung in der Planung der Sprechmotorik.
Symptome sind Auffälligkeiten in der Lautbildung mit hoher Variabilität der Fehler, artikulatorische Suchbewegungen, deutliche Sprechanstrengung.
Störungen im Sprechablauf, Redeflussstörungen- Stottern, Poltern

  • Stimmstörungen bei Erwachsenen

Stimmstörungen bei Erwachsenen können organisch oder funktionell bedingt sein. Sie können durch Veränderungen im Stimmklang, in der Prosodie, in der Belastbarkeit und durch Missempfindungen bis hin zu Schmerzen gekennzeichnet sein.
Neben der gestörten Sprechstimme kann ebenfalls die Singstimme eingeschränkt sein.

  • Funktionelle Störungen der Stimme

Hyperfunktionelle Störungen/hypofunktionelle Störungen
Organische Stimmstörungen
Störung der Gesangsstimme(Dysodie)
Laryngektomie
Rhinophonie (Näseln)
Störung des Stimmklanges durch zu geringe oder übermäßige Nutzung des nasalen Klangraumes
Rhinophonien treten als organische Störungen bei Lähmungserscheinungen des Gaumensegels, bei Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten oder als funktionelle Störung auf(Veränderungeen der Luftstromführung).

  • Schluckstörungen bei Erwachsenen

Schluckstörungen /Dysphagien sind Beeinträchtigungen oder Behinderungen des Schluckens und/oder der oralen Nahrungsaufnahme.
Sie entstehen durch strukturelle Veränderungen im Mund- und /oder Halsbereich oder durch neurologische Störungen.
Der Schluckvorgang kann in den verschiedenen Phasen des Schluckens gestört sein.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Konsistenz der Nahrung, die unterschiedliche Anforderungen an den Schluckvorgang stellt.
Nichtbehandelte Schluckstörungen können lebensbedrohliche Folgen haben.

  • Hörstörungen/Cochlea- Implantat

Nicht  hören können bedeutet massive Einschränkungen der Sprechfähigkeit oder gar nicht erst sprechen zu lernen.
Schwerhörigkeit und Ohrgeräusche gehören zu den häufigsten Erkrankungen der Bevölkerung.
Genetische Faktoren sind besonders bei Kinder und   Jugendlichen die Ursache für eine Schwerhörigkeit.
Bei einer Innenohrschwerhörigkeit können die einmal ausgefallenen Hörsinneszellen nicht mehr reaktiviert werden. Therapeutisch helfen nur noch Hörgeräte oder ein Cochlea-Implantat.
Die Erfolge bei der Versorgung von Cochlea-Implantaten sind  bei Kindern besonders bedeutend im Bezug auf das Hörvermögen und aber auch die Erlangung der Lautsprachkompetenz.


  • Mehrsprachigkeit/Bilingualität


Der Begriff „Mehrsprachigkeit“  oder Zweisprachigkeit/Bilingualismus beinhaltet, dass mindesten zwei Sprachen erworben werden
Sukzessiver= Konsekutiver Bilingualismus(Zweisprachigkeit):
Das Kind erwirbt seine Sprachen nacheinander, eine Sprache zu Hause und dann z.B. mit dem Eintritt in den Kindergarten eine zweite Sprache.
Simultaner Bilingualismus= simultaner Erstspracherwerb:
Das Kind wird früh mit zwei Sprachen konfrontiert(1.Lebensmonat-3.Lebensjahr)

  • Sprachstörungen und Bilingualismus

Ansprechmöglichkeiten in folgenden Fremdsprachen: Englisch, Französisch, Russisch